Was flattert da im Hochsommer? 

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NABU: Insektensommer geht in die zweite Runde

Wetzlar – Rund um das Beobachten, Bestimmen und Zählen von Insekten dreht sich alles bei der zweiten Runde des Insektensommers vom 31. Juli bis 9. August. Nach dem Motto „Jedes Insekt zählt“ geht es darum, die Vielfalt der Insekten im Garten, im Park, in der Feldflur oder im Wald zu entdecken und dem NABU zu melden. „Mit der Insektenzählung wollen wir ein besseres Bild über die Verbreitung einzelner Arten und Artengruppen erhalten“, erläutert NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler, den Sinn der Aktion. Die Meldungen der Mitbürger*innen geben auch erste Hinweise auf Veränderungen in der Natur, z.B. auf sich ausbreitende Insektenarten im Klimawandel. „In Südhessen kann man schon an mehreren Orten die aus dem Süden eingewanderte Gottesanbeterin beobachten“, erklärt Eppler. Spannend sei es, zu erfahren, wie weit sich die Fangschrecke mittlerweile nach Norden ausgebreitet hat. Deshalb freut sich der NABU Hessen besonders über Meldungen von Gottesanbeterinnen, die in diesen Tagen ausschlüpfen.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen allerdings häufigere Arten, die in ganz Deutschland vorkommen. So sollen sich die Naturfreund*innen besonders auf die Suche nach Ackerhummel, Blaue Holzbiene, Blaugrüne Mosaikjungfer, Grünes Heupferd, Kleiner Fuchs, Schwalbenschwanz, Siebenpunkt-Marienkäfer und Streifenwanze begeben.

Am besten zählt es sich an einem warmen, sonnigen Tag draußen. Gezählt werden kann alles, was sechs Beine oder mehr hat. Es braucht nicht viel mehr als etwas Zeit, einen Stift und Zettel oder die praktische Zählhilfe mit den häufigsten Arten, die auf der NABU-Website runtergeladen und ausgedruckt werden kann. Der NABU bietet viele Materialien an, um die Sechsbeiner besser kennenzulernen und unterscheiden zu können. „Wer diese Tiere nicht kennt, kann sie ganz einfach mit dem NABU-Insektentrainer (www.insektentrainer.de) unterscheiden lernen. Das tolle am Insektensommer ist, dass alle, völlig unabhängig von Vorkenntnissen, mitmachen können.“, so der Biologe Eppler.

Der NABU engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz der Insekten. Sie sind unverzichtbar für das alltägliche Leben. So tragen sie mit ihren Bestäubungsleistungen zur Vermehrung von Pflanzen bei und steigern die Fruchtbarkeit des Bodens. Studien zeigen, dass Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Eine intensive Landwirtschaft, der starke Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind die wichtigsten Gründe für den Insektenschwund.

Die Daten der Zählaktion Insektensommer werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah veröffentlicht. Der Insektensommer findet dieses Jahr zum dritten Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich deutschlandweit 16.300 Menschen mit über 6.300 Beobachtungen.

PM: NABU

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