Vögel beginnen mit Vorbereitungen für Nestbau

Wetzlar. Kaum ist das ärgste Winterwetter überstanden, beginnen die Vögel mit den Vorbereitungen für den Nestbau. Mit lautem Gesang stecken Meisen und Kleiber bereits ihr Revier ab. Waldkauz und Schleiereule beginnen mit der Balz. Doch häufig finden die Wohnungssuchenden keine passende Bleibe. Insbesondere die intensive Nutzung der offenen Landschaft, aber auch die übertriebene Ordnungsliebe mancher Menschen in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld erschweren ihnen die Wohnungssuche. Der NABU Hessen ruft deshalb dazu auf, jetzt noch Nisthilfen aufzuhängen.

„Der Verlust an natürlichen Brut-, Nist- und Lebensstätten ist für viele Vögel ein großes Problem“, so Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Dies gelte vor allem für den Siedlungsbereich. Doch

Sie gelten als Frühlingsboten: Kohlmeisen fangen schon im März an zu nisten. Foto: Frank Hecker Naturfotografie;

Sie gelten als Frühlingsboten: Kohlmeisen fangen schon im März an zu nisten.
Foto: Frank Hecker Naturfotografie;

mit etwas handwerklichem Geschick und ohne großen finanziellen Aufwand könne hier Abhilfe geschaffen werden. Künstliche Nisthilfen seien ein wichtiger Bestandteil des Schutzes der heimischen Vogelwelt. Fertige Kästen könnten noch bis Anfang März aufgehängt werden.

„Dort wo alte Hochstammobstbäume fehlen, wo Scheunen vernagelt oder Ställe hermetisch abgeschlossen werden, wo Hecken nur noch als Hindernis gelten und Bäume nicht mehr alt und morsch werden dürfen, ist auch kein Platz mehr für andere Wildtiere wie Siebenschläfer, Haselmaus, Wildbiene oder Fledermaus“, erläutert Eppler. Hier gegenzusteuern und eine struktur- und artenreiche Umwelt zu erhalten, müsse oberstes Ziel des Naturschutzes sein.

Daneben böten die vom Menschen angebotenen künstlichen Nisthilfen besonders Vögeln die Möglichkeit, besser über die Runden zu kommen. „Mit einem Nistkasten kann man Meisen, Spatzen, Gartenrotschwanz und Staren ein passendes Quartier schaffen, aber auch künstliche Schwalbennester oder Steinkauzröhren aus Menschenhand können helfen“, erklärt der NABU-Vogelexperte. Die wichtigste Grundregel beim Bau von Nisthilfen heiße: „Niemals chemisch behandelte Materialien verwenden.“ Nicht nur Vögel, auch Fledermäuse und Insekten nehmen Nist- und Quartierhilfen gerne an. Für Insekten sind diese leicht gebaut: Ein mit Bohrlöchern versehenes Stück Hartholz – z.B. aus Buche oder Eiche – wird an einer sonnigen, windgeschützten Stelle im Garten aufgehängt und schon finden dort Bienen und Wespen ein Zuhause. Fledermauskästen benötigen etwas mehr Aufwand, können jedoch mehrere Jahre von den Tieren als Wochenstube zur Aufzucht der Jungen genutzt werden.

Anleitungen zum Bau von Nistkästen gibt es auf der NABU-Webseite www.nabu.de. Wer es selber nicht mehr schafft, Nisthilfen zu bauen, kann auf ein breites Angebot in Baumärkten und im Naturversand zurückgreifen. „Allerdings sind voll ausgebuchte Nistkästen nur dann zu erwarten, wenn der Garten naturnah gestaltet ist und die Vögel entsprechend Nahrung finden“, so Eppler.

Pressetext: NABU Landesverband Hessen e.V. Foto: Frank Hecker

 

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