Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen steigt stark an

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Zunehmend mehr Kinder und junge Menschen in der Stadt Kassel infizieren sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Das zeigen statistische Auswertungen des Gesundheitsamts Region Kassel. Die Sieben-Tage-Inzidenz für die Altersgruppe der Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren lag in der Kalenderwoche 16 (19. bis 25. April) bei 415,8.
In der Woche zuvor verzeichnete das Gesundheitsamt Region Kassel in dieser Altersgruppe noch eine Inzidenz von 173,3. Die Sieben-Tage-Inzidenz für alle Altersgruppen in der Stadt Kassel lag in der Kalenderwoche 16 bei 221.

„Wir sehen mit Sorge, dass sich das Coronavirus immer mehr unter den Jüngsten verbreitet, denn weder sie noch der größte Teil der Eltern sind durch eine Impfung geschützt. Zum Glück erleiden Kinder und Jugendliche extrem selten einen schwereren Krankheitsverlauf von Covid-19. Die Eltern hingegen können schwer erkranken“, erläutert Gesundheits- und Jugenddezernentin Ulrike Gote die Lage.

Ähnlich stark verbreitet sich das Coronavirus auch bei älteren Kindern und Jugendlichen. In der Gruppe der elf- bis 14-Jährigen lag die Inzidenz Anfang April noch bei 43,9. Vier Wochen später, in Kalenderwoche 16, war der Wert bereits bei 292,7.

Noch zwischen November 2020 und Januar 2021 waren vor allem ältere Menschen von einer Infektion betroffen. Diese sind inzwischen durch die Impfungen gut geschützt. Aber auch hier steigt der Inzidenzwert analog zum bundesweiten Trend. In der Kalenderwoche 16 lag er bei der Altersgruppe der über 80-Jährigen bei 60,9.

Gesicherte Erkenntnisse, wie und wo sich Kinder und Jugendlichen in Kassel anstecken, liegen aktuell nicht vor. „Es ist davon auszugehen, dass die zunehmende Zahl von Schnelltests teilweise zu den höheren Werten beitragen. Allerdings ist es sehr wichtig, die Möglichkeit von Schnelltests zu nutzen, um so Infektionen mit dem Coronavirus schnell zu entdecken und die weitere Verbreitung durch Quarantäne einzudämmen“, so Regine Bresler, Leiterin des Gesundheitsamt Region Kassel. Dafür spreche auch die relativ hohe Verlässlichkeit der Schnelltests: zwischen 80 und 90 Prozent der positiven Schnelltests in Kassel werden im Nachgang durch die exakteren PCR-Tests bestätigt.

Die zunehmende Zahl der Schnelltests sei jedoch nicht der einzige Grund für den Anstieg der Infektionen. Ausbrüche mit vielen Infizierten betreffen momentan besonders private Haushalte und Familien, zunehmend aber auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld. Aktuell sind aber beispielweise nur zwei von 150 Kita-Einrichtungen im Stadtgebiet betroffen. „Es spricht viel dafür, dass sich die Kinder und Jugendlichen im privaten Umfeld anstecken und die Infektionen dann in die Einrichtungen tragen“, so Bresler. Im gleichen Maße würden die Eltern das Virus mit an die Arbeit nehmen. Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen seien hingegen deutlich zurückgegangen.

„Nachdem die Maßnahmen der Bundes-Notbremse seit dem Wochenende greifen, werden wir beobachten können, inwiefern sich der Distanzunterricht und die Notbetreuung in den Kitas auf das Infektionsgeschehen auswirken. Es ist vollkommen klar, dass nicht jede Familie ihr Kind zuhause betreuen kann. Viele sind an ihrer Belastungsgrenze. Was die Familien seit Beginn der Pandemie leisten, ist außergewöhnlich und verdient allergrößten Respekt“, stellt Gesundheits- und Jugenddezernentin Ulrike Gote fest.

„Dennoch möchte ich erneut alle Eltern bitten: Versuchen Sie Ihre Kinder an so vielen Tagen wie möglich zuhause zu betreuen! Wir können die dritte Welle nur gemeinsam brechen“, so die Gesundheitsdezernentin weiter. Wenn die Inanspruchnahme der Notbetreuung die einzige Möglichkeit sei, könne man die eigene Familie und auch andere durch das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln so gut es geht schützen.

PM: Stad Kassel

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