Sandbienen auf dem Spielplatz Roßpfad – ungefährlich und nützlich

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Nachdem besorgte Eltern zu Ostern von schwärmenden Bienen im Sandbereich des Spielplatzes Roßpfad berichteten, wurde dieser Teil des Spielplatzes vorsichtshalber gesperrt. Mittlerweile kann Entwarnung gegeben werden: Stadtimker Victor Hernández hat die Tiere als Sandbienen, eine ungefährliche Wildbienenart, identifiziert.
Das Umwelt- und Gartenamt hatte den Stadtimker Victor Hernández in diesem Fall um Unterstützung gebeten. Bei einer ersten Kontrolle war, vermutlich wegen der kalten Witterung, von Bienen nichts zu sehen. Vorsichtshalber wurde dieser Bereich des Spielplatzes dennoch abgesperrt. Mit zunehmend wärmer werdenden Temperaturen trafen beim Umwelt- und Gartenamt jedoch erneut Meldungen zu Bienensichtungen ein und die Ungeduld der Eltern über die Teilsperrung des Spielplatzes stieg.

Bei seinem zweiten Kontrollgang wurde Herr Hernández fündig:Überall im Sandkasten befanden sich tatsächlich Bienen. Allerdings handelte es sich nicht um Honigbienen, sondern eine besondere Wildbienenart, die Sandbiene. Sandbienen sind friedlich und wehren sich höchstens, wenn sie gefangen werden oder wenn jemand barfuß auf sie tritt. Doch ist ihr Stachel relativ weich, so dass er die menschliche Haut im Normalfall nicht durchdringen kann.

Sandbienen leben, anders als die Honigbienen, nicht in staatenbildenden Gemeinschaften, sondern sind „Eigenbrötler“. Anders ausgedrückt: sie leben solitär, suchen aber die Nähe ihrer Artgenossinnen. Jede Biene baut sich eine bis zu sechzig Zentimeter tiefe Höhle, in die sie ihre Eier und Nahrungsvorräte für die Brut anlegt. Diese Höhlen sind im Sand des Spielplatzes Roßpfad auch gut zu erkennen. Die Sandbiene steht nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter Artenschutz. Aufgrund ihrer solitären Lebensweise können die Sandbienen nicht wie staatenbildende Bienen umgesiedelt werden.

Victor Hernández zeigte sich begeistert über das Sandbienenvorkommen und empfahlt der Stadt, die Nutzerinnen und Nutzer des Spielplatzes über die Sandbiene aufzuklären. Da für Kinder keine Gefahr besteht, bietet sich hier die Gelegenheit, gemeinsam mit den Eltern ein Stück Natur hautnah in der Stadt zu beobachten und kennenzulernen. Der Sandbiene beim Bau ihrer Höhle oder bei der Nahrungsbeschaffung zuzusehen ist sicherlich ein besonderes Erlebnis, da diese Bienenart in den meisten Fällen gar nicht wahrgenommen wird.

So ärgerlich die Besetzung des Sandkastens in einer ersten Reaktion empfunden wird, so spricht aus Sicht der Fachleute spricht nichts gegen diese „Wohngemeinschaft auf Zeit“. „Wir erleben ein Stück Natur live, für das wir sonst eher den Fernseher einschalten oder im Internet danach suchen müssten“, so die Mitarbeiterinnen der Unteren Naturschutzbehörde, „und mit unserer Toleranz für die Sandbienen leisten wir einen Beitrag zum Naturschutz in unserer grünen Stadt.“

PM: Michael Schwab

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