MHK eröffnet Ausstellung in historischer Herkules-Bauhütte

MHK eröffnet Ausstellung in historischer Herkules-Bauhütte
MHK_Enrico Nowka und Martin Eberle vlnr mit Herkules-Kopf_Foto © Andreas Fischer

Der lange nicht genutzte ehemalige Bauschuppen am Herkules ist in den letzten Monaten wieder hergerichtet und mit einer Ausstellung zur Geschichte der Instandsetzung des Kasseler Wahrzeichens ausgestattet worden. Zudem hat dort der originalgetreue Nachdruck des Herkules-Kopfes, der bereits im Kaufhaus »Galeria« ausgestellt war, einen neuen Standort gefunden. Ab dem 11.06.2022 kann die Ausstellung immer dienstags bis sonntags von 10-17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

»Historische Zweckbauten sind nur selten in ihrer Ursprungsform und Nutzung erhalten geblieben. Durch Überformungen, Nutzungs- und Funktionsanpassungen wurden die Profanbauten mit der Zeit abgeändert, umgebaut oder abgerissen. Das Besondere bei unserer Steinmetzhütte am Herkules ist, dass es sich um ein nahezu authentisches Gebäude handelt. Hier möchten wir unseren Gästen die Möglichkeit bieten, sich über die notwendige Infrastruktur für den Erhalt eines monumentalen Bauwerks wie dem Herkules – sowohl in der Vergangenheit als auch heute – anschaulich zu informieren,« erläutert Prof. Dr. Martin Eberle, Direktor der MHK.

Die Herkulesbauhütte stellt somit ein wichtiges denkmalpflegerisches Zeugnis einer Großbaustelle aus der Mitte des 19. Jhd. dar.

 Grundgedanke der Instandsetzungs- und Rekonstruktionsarbeiten an diesem historischen Zeitzeugen ist es, die andauernden Arbeiten am Herkulesbauwerk, den umfangreichen Zeit- und Kraftakt der letzten ca. 300 Jahre bis in die Gegenwart durch eine Ausstellung verständlich und anschaulich darzustellen. Die bis heute notwendige Infrastruktur hinter dem monumentalen Herkulesbauwerk soll in die Wahrnehmung der Betrachter*innen gerückt werden.

 Der zum Herkules hin geöffnete, großzügige Arbeitsbereich vereinte in der Vergangenheit unterschiedlichste Nutzungsanforderungen. Die Fläche war u. a. als überdachter Arbeitsplatz mit kurzen Wegen zu den Planern, zur Anlieferung und Lagerung der Baustoffe und als Verweilraum für Handwerker nutzbar. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gewerke wurde aus den zwei abgeschlossenen Räumen vorbereitet. Der linke Raum an der nordöstlichen Gebäudeecke war das Baubüro für den Architekten mit direktem Blick auf das Bauwerk. Der südöstliche, abgetrennte Gebäudeteil diente als Unterkunft für die Handwerksmeister.

Mit dem Angliedern einer Ausstellung soll der Ort »Bauschuppen« sichtbar werden. Die offen zugängliche Ausstellung bietet einen Einblick in den Arbeitsablauf und die Bedürfnisse des historischen Baubetriebs. Der gewachsene Charakter der Bauhütte wurde bewusst nicht verändert: die Arbeitsatmosphäre, das Informelle, Schnelle, Spontane und Spartanische ist erkennbar und das klare Merkmal dieser Architektur.

Dem Besucher des Weltkulturerbes Bergpark Wilhelmshöhe wird die notwendige Infrastruktur für den Erhalt eines monumentalen Bauwerks anschaulich, räumlich und realitätsnah dargestellt

PM: Lena Pralle

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NHR

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