2017 war ein Jahr der Rekorde für Kassel – Geselle: documenta stärken – Stadt investiert

Kassel ist auf Rekordkurs: Im Jahr 2017 kamen so viele Besucher wie nie zuvor in die Stadt. Die Erträge aus Gewerbesteuer sowie Einkommenssteuer sind so hoch wie nie, und noch nie hat die Stadt Kassel auf einen Schlag so viele Schulden abgetragen wie im vergangenen Jahr.

Diese historischen Höchstwerte hat Oberbürgermeister Christian Geselle beim Neujahrsempfang der Stadt Kassel am 20. Januar 2018 im Rathaus vermeldet. Nach vorläufigen Berechnungen belaufen sich die Erträge aus der Gewerbesteuer auf über 170 Millionen Euro und übertreffen den bisherigen Höchststand des Jahres 2013.

Doch nicht nur den Unternehmen gehe es gut, sondern auch immer mehr Menschen in Kassel. So hat der kommunale Anteil an der Einkommenssteuer mit 93,1 Millionen Euro im Jahr 2017 ein Rekordniveau erreicht. „Das ist der Beweis dafür, dass die wirtschaftliche Dynamik direkt auch in den Geldbeuteln vieler Menschen in unserer Stadt angekommen ist und nicht nur bei einigen wenigen“, freute sich Geselle. „Mit einer aktiven Ansiedlungspolitik wollen wir unseren Wirtschaftsstandort weiter stärken.“ Zentrales Projekt ist dabei der derzeit 76 Hektar große Gewerbepark in Niederzwehren, der bis Ende 2020 um weitere 25 Hektar wachsen soll.

Nach vorläufigen Erhebungen gab es im documenta-Jahr 2017 erstmals in der Geschichte Kassels über eine Million Übernachtungen, gab Geselle bekannt. „Das zeigt, dass der Tourismus in Kassel zu einem wesentlichen Faktor der überaus positiven Entwicklung unserer Stadt geworden ist.“

Lebenselixier der documenta

Oberbürgermeister Geselle betonte die besondere Stellung der weltweit bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst für die bisherige und künftige Entwicklung Kassels: „Ziel muss es sein, die documenta zu stärken, sie zeitgemäß auszustatten und zukunftsfähig zu machen. Wir haben jetzt die Pflicht, zugleich aber auch die Chance, der documenta eine neue Perspektive und eine solide Basis zu geben.“

Im Rückblick sei die documenta 14 nicht nur wegen der finanziellen Krise mit drohender Zahlungsunfähigkeit der documenta gGmbH zukunftsweisend gewesen: „Krisen und Brüche bergen nicht nur Chancen in sich – sie sind sogar das Lebenselixier der documenta. Die documenta vermag es, sich immer wieder neu zu erfinden.“ Zum wiederholten Mal betonte Geselle: „Ein Grundpfeiler der documenta ist die künstlerische Freiheit – Überraschungen stets inbegriffen. Die documenta ist in Kassel entstanden, sie hat sich in Kassel und aus Kassel heraus entwickelt, und sie ist und wird für immer untrennbar und unübersehbar mit unserer Stadt verbunden sein. Wir sind wohl selbstbewusst genug, um nicht immer wieder betonen zu müssen, dass Kassel die documenta-Stadt ist.“

Demnächst werde eine neue hochkarätig besetzte Findungskommission mit ihrer Suche nach einer künstlerischen Leitung für die documenta 15 im Jahr 2022 beginnen, kündigte Geselle an. „Unterdessen werden wir prüfen lassen, ob und an welchen Stellen das gemeinnützige Unternehmen documenta besser ausgestattet werden muss – in organisatorischer, finanzieller wie auch personeller Hinsicht.“

„In Kassel sollen alle Generationen gut miteinander leben. Dazu gehört es auch, unseren Kindern die Bürde der Altschulden zu erleichtern“, betonte Kassels Oberbürgermeister. Einen wesentlichen Schritt ist die Stadt dabei im vergangenen Jahr vorangekommen. Allein 2017 schrumpfte der Schuldenberg um 52,7 Millionen Euro – so viel wie nie zuvor. Insgesamt baute die Stadt Kassel in den vergangenen drei Jahren rund 121 Millionen Euro an Schulden ab. „Das ist eine enorme Leistung, wenn man sich vor Augen führt, dass die Verschuldung der Stadt im Jahr 2012 noch bei 743 Millionen Euro lag“, erläuterte Geselle. „Darauf bin ich als Oberbürgermeister und Finanzdezernent sehr stolz und dankbar.“ Aktuell liegt der Schuldenstand der Stadt Kassel bei rund 400 Millionen Euro.

161 Millionen Euro für Kassels Schulen

Zugleich sei es im vorigen Jahr gelungen, zusätzlich 41 Millionen Euro zu investieren, ohne dafür Kredite aufnehmen zu müssen. Kassels Oberbürgermeister kündigte weitere Anstrengungen und Modernisierungen an. Mit Hilfe von Bund und Land wird die Stadt Kassel ab diesem Jahr zusätzlich gut 31 Millionen Euro in die Schulen investieren. Knapp 130 Millionen Euro wurden bereits in den vergangenen zehn Jahren investiert. „In Addition bedeutet das 161 Millionen Euro für Kassels Schulen“, sagte Geselle. „Wir haben schon viel erreicht, müssen aber weiter am Ball bleiben. Das ist eine Aufgabe, die wir als Kommune nur gemeinsam mit Land und Bund stemmen können.“

Auf Rekordniveau sind in Kassel auch die Einwohnerzahlen. Im Jahr 2017 wuchs die Stadt um 2.100 auf mittlerweile über 204.000 Einwohner. 4.486 Kinder erblickten im vergangenen Jahr in Kassel das Licht der Welt – die höchste Geburtenzahl seit 1971. „Unsere Stadt ist attraktiv – hier lässt es sich eben gut leben“, sagte Geselle. „Viele Menschen wollen in Kassel wohnen, weil es hier Arbeit gibt und sie eine Perspektive sehen.“

PM: Stadt Kassel (HJ)

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