Tabuisierte Erkrankungen in Deutschland

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Unser Gesundheitssystem scheint auf den ersten Blick perfekt auf eine flächendeckende Behandlung kleiner gesundheitlicher Probleme ausgerichtet zu sein. Ein Blick auf die Details macht schnell deutlich, dass nicht immer ein offener Umgang vorhanden ist, der eine solche Behandlung überhaupt möglich macht. Wir werfen einen Blick auf vielseitige Tabus, die für die Betroffenen eine große Belastung darstellen können.

Blähungen

An und für sich handelt es sich bei Blähungen um ein wenig kritisches Phänomen. Allein in Gesellschaft kann es für die Betroffenen sehr unangenehm sein. In den vergangenen Jahren wurde bereits untersucht, welche Ursachen dem Phänomen zugrunde liegen können. Auf der einen Seite handelt es sich um hastiges Essen, bei dem die Nahrung nicht richtig zerkleinert und zudem viel Luft geschluckt wird. Gelingt es auf diese Weise noch nicht, das Problem zu reduzieren, so empfehlen Experten, sich auf eine Unverträglichkeit testen zu lassen. In seltenen Fällen können einzelne Nahrungsmittel ausgemacht werden, die allein für die Problematik verantwortlich waren. Eine ursächliche Behandlung ist unter dieser Voraussetzung sehr gut möglich.

Die Peyronie

Obwohl rund fünf Prozent der Männer in ihrem Leben von der Peyronie betroffen sind, handelt es sich doch um eine Erkrankung, der kaum Aufmerksamkeit zuteil wird. In der Praxis kommt es zu einer krankhaften Verkrümmung des Penis, die schon ab dem 40. Lebensjahr sehr häufig auftritt. Ein Problem für die Patienten sind zum einen die großen Schmerzen, die mit den Ablagerungen unter den Schwellkörpern verbunden sein können.

Ebenso stark leiden sie aber unter der Tatsache, dass nur wenige direkt einen Arzt aufsuchen, wenn sie die ersten Symptome entdecken. Dabei ist es heute etwa durch eine mechanische Behandlung möglich, sich dem Problem zu widmen. Der Penimaster genannte Extender konnte in einer medizinischen Studie die eigene Wirksamkeit klar unter Beweis stellen. Bereits innerhalb eines Zeitraums von drei Monaten waren die Tester dazu in der Lage, die Krümmung im Schnitt um 31 Grad zu reduzieren. Da es bis dato abseits der operativen Entfernung der Ablagerungen noch keine effiziente Methode der Behandlung gab, ruhen große Hoffnungen der Medizin auf diesem neuen Ansatz.

Herpes

Auch der typische Lippenherpes kann in genau diese Kategorie eingeordnet werden. Die betroffenen Personen merken dies zunächst einem Gefühl der Spannung an der Lippe, das sich mit der Zeit bis zu einem Jucken steigert. Erst dann kommt es zur Bildung der typischen Bläschen, die den Herpes auch von außen gut sichtbar machen. Mit dem häufigsten Virus, welches dafür verantwortlich ist, sind rund 85 Prozent der Menschen in Deutschland infiziert. Allein unser gutes Immunsystem ist dazu in der Lage, das Virus in Schach zu halten und damit den Ausbruch der Symptome immer wieder zu verhindern. Tritt die Problematik auf, so hilft es, Salben mit einem antiviralen Wirkstoff zum Einsatz zu bringen. Oft sind diese dazu in der Lage, Abhilfe zu schaffen und den Herpes aktiv zu bekämpfen.

Es ist vor allem der offene Umgang mit all diesen Problemen, der in den nächsten Jahren noch stärker in den Fokus rücken muss. Unter dieser Voraussetzung kann es möglich sein, die weitere Ausbreitung solcher Krankheiten zu verhindern. Dies hat sich etwa der Weltgesundheitstag auf die Fahnen geschrieben.

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