Der digitale Fußabdruck: Spuren im Netz löschen und vermeiden

Der digitale Fußabdruck: Spuren im Netz löschen und vermeiden
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Das Internet vergisst nichts – sind Bilder und Informationen einmal im World Wide Web, bleiben sie dort oft jahrelang und lassen sich nur schwer löschen. Umso wichtiger ist es, sich vorab gut zu überlegen, welche Spuren online hinterlassen werden sollen. Percy Wippler, Digitalexperte der IDEAL Versicherung, informiert, worauf Nutzer achten können, um ihre Daten zu schützen.

Aktiver vs. passiver Fußabdruck

Jede Aktion im Internet hinterlässt einen sogenannten digitalen Fußabdruck: Das kann das Öffnen einer Website sein, eine Google-Suche, Onlineshopping oder das Ansehen eines Videos. Dabei lässt sich zwischen aktiven und passiven Fußabdrücken unterscheiden. „Unter aktiv fallen alle Informationen, die der Nutzer bewusst eingibt oder teilt. Dazu zählt neben Social-Media-Posts auch das Ausfüllen von Online-Formularen, etwa bei der Registrierung für einen Onlineshop oder der Buchung eines Flugtickets“, erläutert Percy Wippler. Doch manche Aktivitäten hinterlassen auch Spuren, ohne dass Nutzer es merken. Hier spricht man von sogenannten passiven Abdrücken. Websites sammeln zum Beispiel Informationen über ihre Nutzer: Wie oft besuchen sie welche Seite und welche Unterseiten klicken sie an? „Um die Daten der Nutzer zu schützen, gibt es mittlerweile zahlreiche Gesetze und Regelungen, etwa die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)“, so der Digitalexperte der IDEAL. Allerdings entbinden auch sie den Nutzer nicht von einem eigenverantwortlichen, sorgsamen Umgang mit seinen Daten.

Prvatsphärie-Einstellungen prüfen

Je weniger Daten von einer Person gesammelt werden können, desto besser. Daher sollten Nutzer unbedingt sämtliche Privatsphäre-Einstellungen prüfen: „Öffentliche Social-Media-Profile sind deutlich unsicherer als nicht-öffentliche Profile, denn Nutzer können nicht kontrollieren, wer ihre Beiträge und Bilder sieht“, so Wippler. Und wer den „Wunschzettel“ von Amazon nutzt, sollte sicherstellen, dass die Einstellung auf „Privat“ steht und somit nicht für alle Kunden sichtbar ist. Gerade bei Bewerbungen können sich vernachlässigte Privatsphäre-Einstellungen negativ auswirken: Wer im Netz zu viel Privates von sich zeigt, riskiert eine Absage. Ebenso können unangebrachte Kommentare, etwa in Internetforen oder in sozialen Netzwerken, negativ auf die eigene Person zurückfallen.

Cookies clever nutzen

Auch beim klassischen Surfen liegt es grundsätzlich in der Hand der Nutzer, welche Informationen andere über sie erhalten. Gut zu wissen: Kaum eine Website kommt ohne Cookies aus. Diese dienen unterschiedlichen Zwecken. „Es gibt Cookies, die technisch erforderlich sind, damit die Website ohne Einschränkungen genutzt werden kann“, weiß der IDEAL-Experte. „Darüber hinaus kommen bei vielen Websites auch funktionelle und Marketing-Cookies zum Einsatz, die beispielsweise den Komfort für den Besucher verbessern sollen oder dazu dienen, personalisierte Werbung ausspielen zu können.“ Während einige Cookies durchaus Vorteile bringen, indem sie beispielsweise Artikel im Warenkorb und Anmeldedaten speichern oder das Einkaufserlebnis verbessern, sind andere im Hinblick auf den Datenschutz eher mit Nachteilen verbunden. Tipp: Wer einen Kompromiss zwischen Komfort und Datenschutz sucht, kann beispielsweise in den Browsereinstellungen Drittanbieter-Cookies blockieren. Außerdem sinnvoll: Cookies regelmäßig löschen. Das geht ebenfalls in den Browsereinstellungen. Hier lassen sich auch Browserverlauf und Zwischenspeicher – der sogenannte Cache – löschen. „Wer grundsätzlich vermeiden möchte, dass Informationen wie Suchanfragen oder besuchte Websites gespeichert werden, kann in den Browsereinstellungen in den sogenannten Inkognito-Modus, auch Privater Modus genannt, wechseln“, so Wippler.

Verhalten anpassen

Der wichtigste Schritt zur Vermeidung digitaler Spuren ist ein bewusster Umgang mit den eigenen Daten: Welche Geräte sind wirklich notwendig? Welche Accounts oder Konten werden nicht mehr genutzt? Welche Apps sind veraltet oder sammeln Daten, ohne ein berechtigtes Interesse daran zu haben? Bei der Nutzung von Laptop, Smartphone und Co. ist weniger oft mehr. Außerdem sollten sich Nutzer immer gut überlegen, ob beispielsweise die Registrierung bei jedem Onlineshop nötig ist. „Grundsätzlich gilt: Je weniger Informationen Nutzer von sich preisgeben, desto besser für den Schutz ihrer Daten“, so Wippler.

PM: IDEAL Lebensversicherung a.G.

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