„Nachhaltiges Kino“-Preis 2018 geht an „BALi Kinos“ in Kassel

Pixelbay: CC0 Creative Commons

Bundesweit einmalige Auszeichnung würdigt umweltfreundliche und nachhaltige Konzepte

 Wiesbaden. Staatssekretär Patrick Burghardt hat heute im Kino „Orfeo‘s Erben“ in Frankfurt den Preis „Nachhaltiges Kino“ verliehen. Die bundesweit einmalige, mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung geht an die Betreiber der „BALI Kinos“ in Kassel. Zudem wurden Würdigungen für fünf weitere Kinos aus Frankfurt, Witzenhausen, Friedrichsdorf, Darmstadt und Offenbach ausgesprochen. Die Betreiber erhielten eine Urkunde als Anerkennung.

Staatssekretär Patrick Burghardt: „Ich gratuliere dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sieger-Kinos herzlich zu ihrem Erfolg. Die Erfahrungen der vergangenen drei Jahre haben die Idee unseres Preises bestätigt und gezeigt, dass allein schon die Beschäftigung mit dem Thema Nachhaltigkeit für jedes Kino gewinnbringend ist. Dieser Weg muss kontinuierlich weiterverfolgt werden, damit nachhaltiges Kino dazu beiträgt, die Kinovielfalt in Hessen zu erhalten.“

Für den Preis „Nachhaltiges Kino“ bewertete eine Jury die eingereichten Vorschläge zum Beispiel danach, ob fair gehandelte Speisen und Getränke verkauft werden, es Mitarbeiterfortbildungen gibt oder das Programm die Auseinandersetzung mit umweltpolitischen Themen fördert. Sie setzt sich aus Fachleuten der Kinobranche sowie Vertretern des Film- und Kinobüros Hessen e.V. und der Lust auf besser leben gGmbH zusammen, die Unternehmen in Nachhaltigkeitsstrategien berät.

Die Jury begründet ihre Entscheidung für die „BALI Kinos“ in Kassel damit, dass das Kino umweltfreundliches Denken sowohl inhaltlich als auch wirtschaftlich umsetzt. So stellten die Betreiber gemeinsam mit der Universität Kassel eine Studie zum Energieverbrauch vor und gaben dem Publikum Tipps dazu mit auf den Weg. Zudem unterhält das Kino ein Elektrofahrzeug, stellt aus alten Filmbannern Taschen her und arbeitet für die Programme mit einer regionalen Druckerei zusammen. Die Filmauswahl konzentriert sich ebenso auf Nachhaltigkeitsthemen.

Auch die gewürdigten Kinos zeigen, wie vielfältig das Thema Nachhaltigkeit ist: Das „Filmtheater Friedrichsdorf“ etwa legt viel Wert auf langlebige Einrichtung und Technik und verzichtet auf überflüssige Papier-Werbung. Der studentische Filmkreis an der TU Darmstadt setzt auf basisdemokratische Organisation, Foodsharing und fährt mit Lastenrad und öffentlichen Verkehrsmitteln zum Einkaufen für die Filmpräsentationen. Die Betreiber des Hafenkinos Offenbach legen ihren Fokus auf transkulturelle Veranstaltungen, mit denen sie auch Flüchtlinge ansprechen wollen, während das „Mal Seh’n“-Kino in Frankfurt Bio-Speisen anbietet, mit Naturstrom arbeitet und barrierefrei eingerichtet ist. Fahrgemeinschaften und Ausbildungsangebote gehören beim „Capitol Kino“ in Witzenhausen zum Nachhaltigkeitskonzept.“

„Mit dem Preis ‚Nachhaltiges Kino‘ ist Hessen bundesweit vorangegangen. Wichtig war dabei von Anfang an, Nachhaltigkeit in all ihren Dimensionen zu begreifen: ökologisch, ökonomisch, sozial und kulturell – also nicht nur auf Energiemaßnahmen beschränkt. Hessen lebt von den vielen Kinos in den ländlichen Regionen, deren Erhalt für das kulturelle Leben in ihren Orten sehr wichtig ist. Mit dem Preis will Hessen den Kinos helfen, die aktuellen Herausforderungen wie die Digitalisierung und sich ändernde Freizeitgestaltung anzunehmen, ihr Profil zu schärfen und ihre Attraktivität zu steigern“, so Staatssekretär Patrick Burghardt abschließend.

PM: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HJ)



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