Betonschäden machen die Sperrung des südlichen Gebäudeteils der Paul-Julius-von-Reuter-Schule notwendig

Paul-Julius-von-Reuter-Schule

Mit sofortiger Wirkung hat die Stadt Kassel gestern Nachmittag die vorsorgliche Sperrung des südlichen Gebäudeteils der Paul-Julius-von-Reuter-Schule an der Gießbergstraße veranlasst. Ursache hierfür sind Schäden an den Betondecken. Mit Hochdruck wird derzeit die Raumverteilung für den Unterricht in den nächsten Tagen organisiert und geprüft, wo kurz- und mittelfristig Ausweichräume zur Verfügung stehen. An einem weiteren Gebäude der Schule ist zudem eine kritische Setzung festgestellt worden, die engmaschig kontrolliert wird.

Im Zusammenhang mit Renovierungen und akustischen Verbesserungsmaßnahmen im Juli vergangenen Jahres im Erdgeschoss des südlichen Altbaus der Paul-Julius-von-Reuter-Schule sind bei der Entfernung der Abhangdecke Abplatzungen an der Betondecke festgestellt worden. Daraufhin wurde ein Ingenieurbüro mit der Überprüfung und mit der Bewertung von möglichen Instandsetzungsmaßnahmen beauftragt. Außerdem wurden Bohrkerne gezogen, die von der Amtlichen Materialprüfanstalt für das Bauwesen Universität Kassel (AMPA) untersucht wurden. Das Ergebnis dieser Prüfung machte weitere Untersuchungen erforderlich.

Eine Überprüfung der darüber liegenden Geschosse ergab zunächst keine sichtbaren Auffälligkeiten. In der unterrichtsfreien Zeit im Januar 2018 hat die AMPA weitere Untersuchungen in den Erdgeschossräumen durchgeführt. Mitte Februar 2018 lagen die Ergebnisse vor; aufgrund der durchgängig schlechten Betonwerte wurden am 20. Februar und am 2. März trotz der unauffälligen Sichtkontrollen nun auch die Betondecken der oberen Etagen eingehend untersucht. Die Ergebnisse lagen am 11. April vor und wurden einem Ingenieurbüro zur Begutachtung weitergeleitet. Bei einem gemeinsamen Termin des Büros mit der Bauaufsicht und dem Amt für Hochbau- und Gebäudebewirtschaftung am Vormittag des 19. April ist angesichts der festgestellten schweren Schäden am Beton und der Bewehrung entschieden worden, das Gebäude mit sofortiger Wirkung vorsorglich zu sperren. 

„Die Sicherheit der Menschen, die in der Schule lernen und lehren, hat für uns absoluten Vorrang“, erklärten Stadtbaurat Christof Nolda und Schuldezernentin Anne Janz: „Die Schließung ist leider unumgänglich und zeigt, dass unsere Kontrollen funktionieren. Jetzt wird mit Ho chdruck an Lösungen gearbeitet, um die fehlenden Unterrichtsräume zu kompensieren.“In einem gemeinsamen Gespräch von Stadtbaurat Nolda, Gabriele Steinbach, Leiterin des Amtes für Schule und Bildung, einem Statiker der Bauaufsicht und dem Schulleiter der Paul-Julius-von-Reuter-Schule, Karl-Friedrich Bätz, wurden gestern Nachmittag erste Schritte vereinbart:
 

Als erstes wird die Belegung der vorhandenen Räume in den verbleibenden Gebäudeteilen optimiert.Wo es notwendig und machbar ist, werden durch kurzfristige kleine Eingriffe vorhandene und  nicht oder nicht optimal genutzte Räume so hergerichtet, dass dort Unterricht stattfinden kann. Darüber hinausgehende Bedarfe werden vom Schulleiter beim Amt für Schule und Bildung gemeldet.

Schulleiter und das Amt für Schule und Bildung nehmen Kontakt mit den Schulleitungen der Nachbarschulen auf, um dort kurz- und mittelfristig Ausweichräume zu generieren. Gleichzeitig werden mit dem Amt für Hochbau und Gebäudebewirtschaftung freie Kapazitäten in städtischen Gebäuden ermittelt, die kurz- und mittelfristig für die Paul-Julius-von-Reuter-Schule zur Verfügung gestellt werden können.

Senkung am Mittelbau
In einem weiteren Gebäudeteil der Schule existiert eine Senkung der straßenseitigen Außenwand, die in Zusammenhang mit der Beschaffenheit des Baugrunds steht. Hier wurden in den vergangenen Jahren die straßenseitigen Fundamente nachgegründet. Regelmäßige Kontrollen haben gezeigt, dass sich sie danach dokumentierten Hebungen und Setzungen im vertretbaren Rahmen bewegten. Umfangreiche statische Untersuchungen und Tragwerkssimulationen eines von der Stadt beauftragten Ingenieurbüros , die seit Anfang Februar 2018 vorliegen, lassen allerdings den Schluss zu, dass auf absehbare Zeit ein Gebäudeabriss und Neubau wirtschaftlicher ist als weitere Fundamentunterfangungen vorzunehmen, bei denen nicht sichergestellt ist, dass sich das Gebäude nicht weiter senkt.

PM: Stadt Kassel (HJ)

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