Mauersegler läuten den Vogelzug ein 

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Abflug nach Afrika – Nisthilfen und naturnahe Gärten versüßen Rückreise

 

Wetzlar – Wenn bei uns Anfang August der Hochsommer richtig auf Touren kommt, treten die Mauersegler schon wieder ihre lange und anstrengende Reise Richtung Süden an. „Die Mauersegler verlassen jetzt als einer der ersten Zugvögel ihr Brutgebiet in Nord- und Mitteleuropa und brechen Richtung Afrika auf, wo sie südlich der Sahara überwintern. Das sind viele tausend Kilometer für die kleinen Vögel. Den Startimpuls für den Abflug geben unter anderem die abnehmende Tageslänge und das schwindende Nahrungsangebot“, erklärt NABU-Ornithologe Maik Sommerhage.

 

Während den eigentlichen Wegzug standardgemäß bereits Waldwasserläufer Anfang Juni setzen, beginnt nun für immer mehr Arten der Herbstzug. Der Abzug der Mauersegler ist der Startschuss für die Zugsaison bei vielen Vogelarten. Ihnen folgen im Laufe des Monats August Turteltaube, Wendehals, Waldlaubsänger, Uferschwalbe, Gartengrasmücke und Sumpfrohrsänger. Rauch- und Mehlschwalbe, mit denen die Mauersegler oft verwechselt werden, verlassen uns erst ab September. Viele von ihnen haben bei Zweit- und Drittbruten derzeit noch Jungvögel im Nest zu versorgen.

 

Mauersegler sind Meisterflieger. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens in der Luft, auch nachts zum Schlafen. Nur am Brutplatz haben sie festen Boden unter den Füßen. Die wendigen Flugakrobaten versorgen zwischen Mai und Juli eine Brut. Sie fliegen von Hessen bis nach Äquatorialafrika, beispielsweise ins Kongobecken, und legen dabei tausende Kilometer zurück. Auch Mauersegler verschieben wegen des Klimawandels ihre Zugzeiten: In den letzten 50 Jahren kehrten sie bis zu zwei Wochen früher zurück und reisen einige Tage später ab. Seit Tagen schon beobachtet der Ornithologe, wie deutlich weniger Mauersegler im Pulk ihre abendlichen Runden drehen. Anfang August umkreisen Dutzende, schnell und gewandt fliegend, hohe Gebäude. Dabei suchen sie nach Brutplätzen für die nächste Saison. Die Sommergäste in unseren Siedlungen sind an ihrem rußschwarzen Gefieder, den gebogenen, spitzen Flügeln und den lauten Sriih-Sriih-Rufen gut erkennbar.

 

Leider mangelt es den Seglern zunehmend an geeigneten Nistplätzen in hohen Wohnhäusern, Türmen und Fabriken. Neubauten und energetische Sanierungen führen immer häufiger zum Aussperren der Mauersegler von Brutnischen in Mauerlücken, am Dachtrauf oder unter Ziegeln. Mit dem Anbringen von Mauerseglerkästen am Haus kann man aber Abhilfe schaffen. Den Luftjägern fehlt auch die Nahrung, vor allem Mücken, die im Flug erbeutet werden. „Es lohnt sich, insektenfreundliche Pflanzen im Garten oder auf der Terrasse zu fördern und nicht allzu häufig den Rasen zu mähen“, rät Sommerhage. Zur erfolgreichen Mauerseglerhilfe gehört auf jeden Fall ein naturnaher Garten.

PM: NABU

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