Zehn Jahre Pflegestützpunkt im Landkreis Kassel

Zehn Jahre Pflegestützpunkt im Landkreis Kassel (Copyright: Landkreis Kassel/Andreas Bernhard)

Anlaufstelle für alle Fragen zu Betreuung und Pflege hat sich etabliert, steht aber jetzt vor neuen Herausforderungen

Landkreis Kassel. Wenn es den Pflege- und Unterstützungsbedarf für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung geht, stellt sich oft ein Berg von Fragen und Problemen. Welche Hilfestellungen gibt es? Welche Alternativen? Wer zahlt dafür? Der Pflegestützpunkt im Landkreis Kassel bietet seit zehn Jahren Ratsuchenden kompetente Beratung und Unterstützung.

Silke Engler, Vizelandrätin und Sozialdezernentin des Landkreises Kassel, würdigte anlässlich des zehnjährigen Bestehens den Pflegestützpunkt als “wichtige Institution im sozialen Netzwerk des Landkreises Kassel”, dessen Beratungsangebot heute nicht mehr wegzudenken sei. “Die Mitarbeiterinnen bieten Angehörigen eine deutliche Entlastung bei der Organisation der Pflege und helfen Betroffenen, ihren Alltag leichter zu bewältigen, damit Sie möglichst lange selbstbestimmt in Ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben können”, so Engler. Damit trügen sie wesentlich zu Verbesserung der Teilhabechancen und zur Lebensqualität vieler Menschen bei.

“Beratungsstrukturen hat es im Landkreis natürlich schon vorher gegeben”, erklärt Doris Brandstetter, die den Pflegestützpunkt gemeinsam mit Simone Dippel und Michaela Griesel aufgebaut hat, “doch mit der Einrichtung des Pflegestützpunktes in gemeinsamer Trägerschaft mit den Kranken- und Pflegekassen in Hessen 2011 wurde zusätzlich eine zentrale Anlaufstelle geschaffen.” Diese bietet neben einer unabhängigen Beratung zu Sozialleistungen und Hilfsangeboten auch die Koordination der wohnortnahen Versorgung sowie die Vernetzung aufeinander abgestimmter pflegerischer und sozialer Versorgungs- und Betreuungsangebote an. Ein umfangreiches Case-Management wird von den Mitarbeiterinnen in schwierigen und komplexen Fallsituationen angeboten. “In der Regel handelte es sich dabei um alleinstehende Menschen mit Hilfebedarf, bei denen familiäre Unterstützungsstrukturen oder andere soziale Netze fehlen”, so Brandstetter.

“Im ersten Jahr hatte der Pflegestützpunkt 214 Kontakte zu Ratsuchenden, im Jahr 2019 waren es 1.250 Kontakte”, erklärt Brandstetter, “die Kontaktaufnahme erfolgt in den überwiegenden Fällen durch Angehörige und Freunde der Betroffenen.” Nur in einem Fünftel der Fälle meldeten sich die Ratsuchenden selbst. Die meisten Anfragen betreffen die Pflegeleistungen. Dies fängt an mit der Beantragung eines Pflegegrades, über die Begutachtung bis hin zur Ermittlung des individuellen Hilfe- und Unterstützungsbedarfs. “Wichtig ist”, so Brandstetter, “dass sich die Menschen so früh wie möglich bei uns melden.”

Der Pflegestützpunkt arbeitet mit allen Einrichtungen und Diensten zusammen, die mit Fragen der Prävention, Rehabilitation, Pflege und Hilfen zur Lebensgestaltung befasst sind. Immer wieder halten die Mitarbeiterinnen auch Vorträge bei Senioren- und Selbsthilfegruppen sowie Institutionen und Verbänden oder werden zu Informationsveranstaltungen eingeladen. Dazu gehören auch Schulungen für Betroffene und Fachleute zum Thema Barrierefreiheit.

“Durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie haben sich die Schwerpunkte unserer Arbeit allerdings verschoben. Fast alles läuft jetzt übers Telefon”, so Brandstetter. Zunehmend setzt der Pflegestützpunkt daher auch auf digitale Angebote: So wurde ein Image-Film gedreht und in Zusammenarbeit mit der Altenhilfeplanung sowie den Senioren-Beratungsstellen eine Informations-Plattform online gestellt, die über die Homepage des Landkreises Kassel abrufbar ist.
Abschließend dankte Vizelandrätin Engler den Mitarbeiterinnen für ihr Engagement und appellierte an die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis: “Machen sie von den Angeboten des Pflegestützpunktes weiterhin rege Gebrauch.”

PM: Harald Kühlborn

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