Hanf auf dem Vormarsch: Vielseitige Pflanze erobert den Markt

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Dass Pflanzen teilweise beeindruckende Inhaltsstoffe aufweisen und dem Menschen in vielerlei Hinsicht zugutekommen, ist keine neue Erkenntnis. Es gibt jedoch einige Vertreter, die besonderes Potenzial aufweisen. Darunter Cannabis aus der Familie der Hanfgewächse. Als eine der ältesten Nutzpflanzen hat Hanf inzwischen Einzug in zahlreiche Lebensbereiche gehalten und ständig kommen neue Verwendungsmöglichkeiten hinzu. Ein Einblick in die Produktvielfalt.

Ätherische Hanföle für Aromatherapie, Lebensmittel und mehr

Ätherische Öle spielen in der Aromatherapie eine zentrale Rolle. Sie sind leicht flüchtig und verdunsten vollständig. Natürliche Öle aus Pflanzenblättern sind vielerorts besonders gefragt, weil sie vielversprechende Substanzen enthalten. Ätherisches Hanföl wird aus der Gattung Cannabis sativa gewonnen – auch Gewöhnlicher Hanf genannt. Bei der Herstellung werden die Blätter und Blüten destilliert. Während des thermischen Trennverfahrens der Destillation entsteht ein Kondensat. Das fertige ätherische Hanföl umfasst mehrere Inhaltsstoffe und wird sowohl bei der Produktion von Kosmetika als auch Lebensmitteln eingesetzt:

  • Bier
  • Eistee
  • Parfum
  • Hustenbonbons
  • Schokolade

Beliebt ist außerdem die Verwendung als Zusatzstoff in Massageölen. Schließlich werden dem ätherischen Hanföl krampflösende, entzündungshemmende und beruhigende Wirkungen nachgesagt. Aber auch zur Linderung von Stress, Gelenkentzündungen und Hautproblemen ist es im Einsatz. Für den typischen Hanfgeruch ist das Caryophyllenoxid verantwortlich. Allerdings unterscheiden sich die Düfte der ätherischen Hanföle aufgrund einer Vielzahl Komponenten.

Produkte mit Cannabidiol

Eine Substanz aus der weiblichen Hanfpflanze, die auch von der Forschung viel Aufmerksamkeit erhält, ist Cannabidiol (CBD). Sie soll unter anderem gegen Übelkeit helfen sowie angstlösend, entkrampfend und entzündungshemmend wirken. Cannabidiol wird als verschreibungspflichtiges Arzneimittel angeboten. Im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel kommt es hingegen als Wirkstoff in CBD-Ölen vor. Die Auswahl derartiger Ergänzungsmittel ist inzwischen groß und ruft Hersteller aus aller Welt auf den Plan. Legale Produkte enthalten maximal 0,2 Prozent THC und werden aus Hanf aus dem EU-Sortenkatalog hergestellt. Ein aktueller CBD Öl Testbericht für Deutschland fasst die derzeitigen Testsieger zusammen und klärt in einem Ratgeber über die enthaltenen Wirkstoffe auf. Angeführt wird die Liste von einem Produkt des Herstellers Hempamed mit eigener Produktion im Allgäu.

Hanföl aus den Samen von Cannabis sativa

Ätherisches Hanföl und das Speiseöl, das ebenfalls als Hanföl bezeichnet wird, führen häufig zu Verwechslungen. Hanf-Speiseöl wird jedoch nicht aus den Blättern und Blüten der Pflanzen gewonnen, sondern aus Hanfsamen – daher auch die alternative Bezeichnung Hanfsamenöl, die eine klare Abgrenzung zum ätherischen Öl erleichtert.

Auch das Hanf-Pflanzenöl für die Küche basiert auf dem Nutzhanf Cannabis sativa:

  • Wurde es kaltgepresst, zeichnet es sich durch eine grün-gelbliche Farbe aus. Warmgepresste Öle sind eher dunkelgrün.
  • Aroma und Geschmack schwanken zwischen krautig und nussig.
  • Bei der Kaltpressung bleiben viele wertvolle Inhaltsstoffe für eine ausgewogene Ernährung durch geringe Temperaturen von rund 40 bis 60 Grad Celsius erhalten.
  • Wie CBD-Öle sind auch Hanfsamenöle frei von einer psychoaktiven Wirkung. Sie eignen sich hervorragend für Salatsaucen, Marinaden und die Zubereitung gesunder Brotaufstriche.
  • Es kann außerdem zum Dämpfen und Dünsten Verwendung finden, jedoch nicht zum Frittieren oder Braten.

Hanföle aus den Hanfsamen werden darüber hinaus bei der Kosmetikherstellung eingesetzt. Neben Shampoos, Seifen und Salben kommt es in Massageölen vor. Weitere Einsatzmöglichkeiten finden sich in der Reinigungsindustrie zur Herstellung von Reinigungsmitteln, Futterersatz und in der Holzveredelung.

Hanfmode – im Idealfall fair gehandelt

Nachdem die Hanffaser aus der Textilindustrie viele Jahrzehnte von Kunstfasern verdrängt und Cannabis als Quelle von Drogen lang stigmatisiert wurde, feiert sie im 21. Jahrhundert ein Comeback. Die anhaltende Nachhaltigkeitsbewegung der Gesellschaft rückt ökologische Stoffe aus nachwachsenden Quellen in den Vordergrund. Dank optimierter Verarbeitbarkeit, diversen Strick- und Webtechniken sowie einer großen Designvielfalt haben Textilien aus Hanf den Imagewandel von der langweiligen Ökokleidung zur modernen Alternative für umweltbewusste Verbraucher geschafft.

Dank Marken wie HempAge mit Sitz im bayerischen Adelsdorf genießt Hanfmode heute deutlich mehr Nachfrage. Das Unternehmen macht sich für die faire Herstellung von ökologischer Hanfbekleidung stark und ist Teil der Fair Wear Foundation – eine unabhängige Stiftung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Textilfabriken. Mitglieder verpflichten sich zum fairen Handel und müssen konkrete Arbeitsnormen in der Lieferkette einhalten.

 

Quelle: Bild 1 (NickyPe); Bild 2 (ulleo) – Pixabay

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